Corona-regeln

 

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"Du weißt am Abend nicht, was am Morgen gilt, und übermorgen nicht, was rückwärts gegolten hätte”
(Textzeile aus "Verzweifelte Wirte am Abgrund" von Georg Linsemann - 28. Dezember 2021)

 

 

Aufgrund der seit November für die Gastronomie in Sachsen vorgeschriebenen Schließzeiten um 20 Uhr, den fortbestehenden gesundheitspolitischen Beschränkungen, den daraus resultierenden Stornierungen - allein für die Weihnachtsfeiertage wurden aufgrund der 2G-Regelung bei uns über 75 Prozent aller bereits reservierten Tische wieder storniert - und aufgrund der Untersagung touristischer Übernachtungen und der damit verbundenen Planungsunsicherheit, können wir einen wirtschaftlichen Betrieb des Gasthofes noch immer nicht ermöglichen.

 

Weder eine effektive Personalplanung noch der Einkauf und Verbrauch verbunden mit der Warenhaltung der Lebensmittel, die für einen Gaststättenbetrieb vorgehalten werden müssen, waren und sind unter diesen Bedingungen noch planbar.

 

Wir können um 17 Uhr öffnen, um dann um 20 Uhr wieder zu schließen - aber wir können nicht in der Hälfte der Zeit und mit fast der Hälfte der Sitzplätze, den erforderlichen Umsatz erwirtschaften - Nein, es ist in diesem kurzen Zeitfenster einfach nicht möglich, denn es gelten neben der Schließzeit auch noch immer die Einhaltung von Kontaktbeschränkungen und -nachverfolgungspflichten, die Abstandsregelungen = freiebleibende Tische, die keine Umsatz bringen sondern seit Monaten als Staubfänger dienen, die Kontrollen von QR-Code und sonstigen Zertifikaten und alle anderen Auflagen, die enorm viel Zeit rauben und einfach nur Kosten verursachen.

 

Wir können unsere Öffnungszeiten verlagern - aber es macht keinen Sinn, Öffnungszeiten zu verschieben, zu denen kein Gast erscheinen würde - es würde sich hierbei lediglich um einen geöffneten Gasthof ohne Gäste handeln. Unser Kerngeschäft hat schon immer und ausschließlich in den Abendstunden stattgefunden. Das ist mit einer vorgeschriebenen Schließzeit um 20 Uhr nicht vereinbar.

 

Wir können doch nicht mit jeder Schließung jedes Mal die gekaufte Ware wieder verschenken oder wegwerfen, weil sie nicht auf unbestimmte Zeit haltbar gemacht werden kann, wieder das Fassbier wegschütten und wieder alles entsorgen, was das MHD schon wieder überschritten hat, weil wir es wieder nicht verkaufen konnten - wieder alles runterfahren, wieder alle Kühltheken und Kühlstrecken ausräumen und abschalten. Es bleibt zum dritten Mal wieder ein auf den Frühling warten, auf stabile Öffnungszeiten und die Außengastronomie hoffen...

 

Und nein, der Staat überschüttet uns Gastronomen nicht mit üppigen finanziellen Hilfen - pünktlich zum Weihnachtsfest und inmitten des eigentlichen Weihnachtsgeschäftes, welches getrübt wird von neuen Verschärfungen und Massenstornierungen - flattern bei den Betroffenen die Briefe der Banken ins Haus - mitten in der vierten Welle, mitten im "wie soll das alles weitergehen", wird die Verwendung der Soforthilfen auf eventuelle Rückforderungsansprüche geprüft. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, türmen sich doch gerade unabwendbare und neue Umsatzeinbußen vor einem auf und sind doch noch nicht einmal die neuen Hilfen auf dem Weg gebracht, um die alten Schäden zu regulieren.  Was bleibt ist Unmut und die Angst vor dem, was da noch kommt.

 

Und nein, man kann einen Gasthof nicht einfach wie ein Büro heute öffnen und mit der nächsten Einschränkung wieder schließen und alles ins Homeoffice verlagern, um dann mit der nächsten Lockerung einfach wieder alles zu öffnen. Es braucht immer genügend Vorlaufzeiten für eine Öffnung und es braucht dann auch wieder Nachbereitungszeiten für die Schließung eines Gasthofes - Zeiten, in denen kein Geld verdient wird, aber Kosten entstehen. Und nein, man kann auch nicht im Dauermodus die Umsetzung der einen Verordnung, die gleich wieder durch die nächste Verordnung abgelöst wird, umsetzen und durchsetzen, um sie dann im nächsten Moment gleich wieder durch eine andere zu ersetzen.

 

Es steht für die meisten Gastronomen gerade jahrelange Arbeit und Hingabe auf dem Spiel und ein Außer-Haus-Verkauf deckt bei keinem auch nur ansatzweise laufende Kosten oder sorgt für Freude am Beruf - sein "Produkt" in Assietten zu verpacken war und ist nicht unser Ziel. Leider wird aus einer gedachten Übergangslösung ein unerträglicher Dauerzustand.

 

Motivation, kreative Ideen und Leidenschaft für den Beruf werden seit Monaten in Verordnungen und Kontrollen erstickt. Es dreht sich seit Monaten alles nur noch um ein Abwägen von Für und Wider - Sinn oder Unsinn - Auf oder Zu. 

 

Und ja, nach all den Monaten Kurzarbeit und das Auf und Ab und Hin und Her haben wir es letztendlich nicht mehr schaffen können unser komplettes Personal durch die Krise zu bringen. Auch uns haben nun liebgewonnene Mitarbeiter verlassen, um in einer anderen Branche Fuß zu fassen. Das ist bitter für uns, aber verständlich.

 

In diesem Sinne bleibt uns nur, auf bessere Zeiten, finanzelle Hilfen von "Oben" und das Verständnis unserer Gäste zu hoffen... Wir wünschen allen noch einiges an Durchhaltevermögen und Gesundheit für das neue Jahr.

 

 

Koch/Köchin

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